Neue Ansätze für eine Welt des Friedens –
European
Leadership Conference in Bad Homburg
Gut 70 Teilnehmer aus ganz Europa kamen an diesem Wochenende in der Jugendherberge in Bad Homburg zu einer Konferenz zusammen unter dem Titel „Neue Ansätze für eine Welt des Friedens“. Es war eine ungewöhnliche Mischung von Jung und Alt, verschiedener Nationalität und religiöser Zugehörigkeit. Belgischer Adel saß Seite an Seite mit einem Psychologenehepaar aus Israel und einem ehemaligen Botschafter aus den Niederlanden. Ein evangelischer Theologe war ebenso unter den Teilnehmern wie der Bundesvorsitzende des Vereins der Mandäer in Deutschland und verschiedene Vertreter des Islam aus Finnland, Norwegen und Großbritannien. „Nachdem ich dieses Wochenende mit den so unterschiedlichen Teilnehmern zusammen verbracht habe, konnte ich erkennen, dass die UPF tatsächlich Religion, ethnische Unterschiede, Hautfarbe und jede andere Art von Trennung zu überwinden sucht. Ich habe gelernt, dass wir unsere gemeinsamen Werte erkennen und verteidigen müssen, auch in schwierigen Zeiten, die manchmal unsere Integrität und Glaubensgrundsätze in Frage stellen mögen. Wenn wir uns auf unsere Werte besinnen, werden wir letztlich in unseren Bemühungen erfolgreich sein“, sagte Hamdullah Mohib, der an der Brunel Universität in Großbritannien Computer Science studiert und Vorsitzender der Afghanischen Studentenorganisation ist, in seiner Schlussbetrachtung.
Tim Miller, stellvertretender Vorsitzender der UPF-Europa, gab in sechs Powerpoint-Präsentationen einen Überblick über die „Gründungsprinzipien der UPF“, „Die Wurzeln des Konflikts und Ansätze zur Konfliktlösung“, sowie einen Überblick über Leben und Lebenswerk des Gründers der internationalen UPF, Dr. Sun Myung Moon.
Juan Piqué und Mathew Huish, zwei Studenten, die sich in der Jugendarbeit der UPF engagieren, stellten am Freitagabend einige „European Youth Projects“ vor. Der Einsatz der UPF-Jugend reicht von der Elfenbeinküste (30 Volontäre für die Errichtung einer Schule) über Kosovo (Rekonstruktion einer Brücke zwischen einem albanischen und einem serbischen Stadtteil in Mitrovica) bis hin zu einem europäisch-amerikanischen Jugendprojekt in Israel und Palästina.
Sicherlich einer der Höhepunkte war die gemeinsam mit der Familienföderation e.V. organisierte „Mini-Konferenz“ am Samstagnachmittag zum Thema „Familie und Gesellschaft“ in einem ersten, und „Vereintes Europa“ in einem zweiten Teil. Dazu kamen 30 weitere Gäste, hauptsächlich aus dem Frankfurter Raum. Gastsprecher waren der bekannte Journalist und Buchautor Jürgen Liminski und Dr. Volker Pitz, Vorstandsmitglied der Hessischen Fraktion der Familien-Partei.
Liminski brachte in seinem 40-minütigen Vortrag eine Fülle von Informationen und Statistiken zu den Themen „Ehe im Wandel der Geschichte“, „Ehe und Familie als kulturelles Kapital“, „Intimität als Lebensmitte und Lebensrahmen“ und „Die christliche Ehe“. Ehe und Familie, so Liminski, tragen viel mehr zur gesellschaftlichen Stabilität bei als das Individualismus und Ökonomismus je begreifen könnten. „Das Herz hat seine eigenen Gründe, die der Verstand nicht begreift“, zitierte er den großen Mathematiker und Philosophen Blaise Pascal. Jedenfalls, so Liminski, werden Ehe und Familie als Faktoren zur Schaffung von „Humanvermögen“ oder „kulturellem Kapital“ von der Politik immer noch nicht richtig gewürdigt: „Ehe ist eine Lebensversicherung besonderer Art. Sie schafft einen Rahmen, in dem nicht nur Emotionen gedeihen können, sondern aus dem auch Stabilität für das Gemeinwesen erwächst.“
Dr. Pitz stellte gleich zu Beginn seines Vortrags klar, dass es den Familien aus einer wirtschaftlichen Perspektive nicht um Almosen ginge, sondern um Gleichbehandlung und gerechtes Verteilen. Es könne nicht angehen, dass zwar einerseits das Volksvermögen steige, sich gleichzeitig aber die Kinderarmut seit der Einführung von Hartz IV Anfang 2005 verdoppelt habe. Die derzeit praktizierte Umverteilung sei ganz einfach ungerecht und gehe zu Lasten der Familien. So werden Kinder zu einem Armutsrisiko mit fatalen Folgen für die demographische Entwicklung eines ganzen Landes. Die Familien-Partei fordere daher ein existenzsicherndes Kindergeld für alle, eine Anhebung des Kinderfreibeträge und ihre Ausweitung auf die Beiträge zur Sozialversicherung sowie ein Familiensplitting im Steuergesetz. Außerdem sollte die Bundesregierung gemäß dem „Kinderbetreuungsurteil“ des Bundesverfassungsgerichts vom 19. Januar 1999 handeln und echte Wahlfreiheit zwischen Fremdbetreuung und Eigenbetreuung ermöglichen und endlich die Erziehungsleistung der Eltern mit einem sozialversicherungspflichtigen Erziehungsgehalt gestaffelt nach Alter und Anzahl der Kinder honorieren.
Im zweiten Teil der Mini-Konferenz beklagte Baron Edouard Prisse die Schwächen des heutigen Europa, das sich nicht konzentrieren und als eine Stimme artikulieren könne: „Viele gute Ideen kommen aus Europa. Aber es tut sich in der Umsetzung schwer, weil es zu viele unterschiedliche Meinungen gibt.“ Prisse machte klar, dass andere ähnlich große Gebilde, wie die Vereinigten Staaten von Amerika, China oder Russland sich viel nachdrücklicher und erfolgreicher in die Weltpolitik einbringen können, weil sie mit jeweils einer Stimme sprechen.
Am Ende der Konferenz wurden 15 Teilnehmer als Friedensbotschafter ausgezeichnet, darunter auch der eingangs erwähnte Hamdullah Mohib und Prof. Dr. Qais Sadi. Gut 30 Tagungsgäste nahmen nach dem Ende an einer Führung durch das Bad Homburger Schloss teil, bevor sie sich auf den Weg zum Flughafen Frankfurt machten.
fp
Eine Bilderserie kann eingesehen werden unter:
http://picasaweb.google.de/friedensrat/ConferenceBadHomburg27290608