Forging Interfaith Intercultural Alliances:
Coordinated Action for Peace-building and Human Rights
UPF organisert Konferenz im UNO Gebäude in Genf
Genf,
03.04.2009
Drei Personen einer Stuttgarter Delegation hatten die
Gelegenheit, an einer besonderen Veranstaltung in Genf teilzunehmen, nämlich
zwei unserer Stuttgarter Friedensbotschafter, Herr Dr. Saidi und Herr Dr.
Schick, und ich. Wir hatten kurzfristig beschlossen, uns zu dieser
internationalen Konferenz anzumelden und besorgten uns Zugfahrkarten sowie die
Reservierung eines Hotels in Genf für je zwei Nächte.
Herr Dr. Saidi ist die Zusammenarbeit der Religionen
zur Förderung des Friedens in seinem Heimatland Irak ein besonderes Anliegen.
Er hoffte bei der Konferenz die internationalen Leiter der UPF zu treffen und
Anregungen und Unterstützung für UPF-Friedensprojekte im Irak zu bekommen. Herr
Dr. Schick, ein aktiver Teilnehmer am Interreligiösen Runden Tisch in
Stuttgart, liegen die Bekanntmachung und Einhaltung der Menschenrechte, die bei
der Konferenz zur Sprache kommen sollten, besonders am Herzen.
Schon die Hinfahrt nach Genf über Zürich am 2. April
nutzten wir ausgiebig zu Unterhaltungen und zum Gedankenaustausch. Unsere Reise
stand „unter einem guten Stern“: Wir hatten während der ganzen Zeit schönes
Frühlingswetter.
Am 3. April früh waren wir die ersten, die im Gebäude
der UN im Vortragssaal eintrafen. So konnten wir vorab viele der interessanten
internationalen Teilnehmer treffen und mit ihnen ins Gespräch kommen.
Die erste Sitzungsrunde begann um 10
Uhr unter der Leitung von Heiner Handschin, dem Generalsekretär der UPF Europa
Region 2. Sechs Redner des Podiums gaben ihre Einführungen zum Thema „Forging a
Global Leadership Alliance Committed to Ethics and Action“: Herr Werner
Schleiffer, Koordinator der Konferenz der NGOs, H.E. Laura Thompson Chacon, die
Botschafterin von Costa Rica, H.E. Makarim Wibisono, der Botschafter von
Indonesien und Präsident der GIIA, Hon. Anton Rop, der frühere Premierminister
von Slowenien, Hon. Dr. Pieter Beelaerts van Blokland, der ehemalige
Wohnungsbauminister der Niederlande, und schließlich Dr. Chung Hwan Kwak,
der Vorsitzende der UPF-International. Alle drückten aus, dass die dringenden
Probleme dieser Zeit nur durch Einhaltung der Menschenrechte, durch
internationale und interreligiöse Zusammenarbeit, durch Rückbesinnung auf
ethische Werte, durch Stärkung der Familie und durch selbstlosen Dienst am
Nächsten gelöst werden können.
Nach dem Mittagessen, das in einem Restaurant oder in
einer Cafeteria der UN eingenommen werden konnte, begann um 14 Uhr die
zweite Sitzungsrunde. Mark Brann, Generalsekretär der UPF Europa Region 1,
moderierte diesen Abschnitt mit dem Thema „Towards an Interreligious Council at
the UN: Accelerating the Process“. Hier ging es also konkret um die
Voraussetzungen und die Errichtung des interreligiösen Rates an der UNO, der
inzwischen von 76 Nationen der UNO unterstützt wird. Es sprachen: H.E. Richard
Owade, der Botschafter von Kenia, Rev. Dr. William McComish, der ehemalige
Dekan der Genfer Kathedrale, Rabbi Itzhak Dayan, der Rabbiner der
Israelitischen Gemeinde in Genf, Herr Hafid Ouardiri, der ehemalige Sprecher
der Genfer Moschee, Min. Jesus Domingo, ein Delegierter der Philippinen, H.E.
Babacar Carlos Mbaye, der Botschafter des Senegal, Dr. Arun Pabari, ein
Koordinator der Sathya Sai Organisation, und schließlich Dr. Thomas Walsh,
Generalsekretär der UPF-International. Es wurde deutlich, dass gerade in
Genf die interreligiöse Zusammenarbeit besonders gut funktioniert. Dort ist
auch der Sitz der GIIA, der „Geneva Interfaith and Intercultural Alliance“,
deren Präsident H.E. Makarim Wibisono ist.
Der dritte Sitzungsabschnitt befasste sich mit
dem Anliegen „The Interreligious Youth Council: Special Session on Prevention,
Mediation and Peacebuilding“. Unter der Leitung von Carolyn Handschin,
Vorsitzende der WFWP für UN-Beziehungen, und von Min. Jesus Domingo wurde
eine Sitzung des Interreligious Youth Council durchgeführt. Acht junge Vertreter/Innen
verschiedener Religionen und Nationen referierten über ihre Recherchen zu
Vorbeugung, Vermittlung und Friedensbildung in zwei Konfliktregionen der Welt,
dem Kaschmir und dem Nahen Osten. Das Engagement der Jugendlichen war
eindrucksvoll.
Es gibt bereits in mehreren Städten die Bildung
solcher Youth Councils, z.B. in London, Bergamo, Wien, New York. Weitere
interreligiöse Youth Councils sollen in möglichst vielen verschiedenen Regionen
gegründet und durchgeführt werden.
In der Schlussitzung wurde die von den Jugendlichen erarbeitete Resolution
über Friedensbildung und Menschenrechte vorgetragen und formal angenommen. Hon.
Remy Pagani, der Bürgermeister der Stadt Genf, verabschiedete die
Konferenzteilnehmer. Er betonte, wie wichtig die religiöse Erziehung z. B. in
den Schulen ist. Es ist wichtig, sowohl über die Religionen als auch von
den Religionen zu lernen.
Mit vielen guten Ideen und Anregungen machen wir uns
am 4. April auf die Reise zurück nach Deutschland. Vielen Dank an die
Organisatoren und die Redner, die diese Veranstaltung zu einem Erfolg werden
ließen.
Ute Lemme