Interreligiöser Runder Tisch trifft sich im Nürnberger Gemeindezentrum

 

Für den 14. Interreligiösen Runden Tisch in Nürnberg  am 27.02.2010 hatten wir als Thema Wahre Liebe – Ein Leben ohne Angst und Manipulation gewählt. Wir konnten 27 Gäste und 14 Gemeindemitglieder begrüßen. Ein Chor der International Christian Fellowship präsentierte uns erneut einige inspirie-rende Lieder, wofür sich alle mit großem Beifall bedankten.

In seinem Vortrag stellte uns  Reinhold Heil (UPF) eine neue Vision der Liebe vor: „Wahre Liebe manipuliert nicht. Wer liebt, will nichts damit erreichen. Er will weder den Partner ändern, noch gibt er sich anders als er ist. In solcher Liebe hat alle Manipulation ein Ende. Der Mensch ist authentisch und trifft den Partner auf Augenhöhe.“

Sodann machte er den Zuhörern aber klar, dass wir die tieferen Motive unserer Gefühle genau prüfen müssen. Denn: „Liebe, die nicht frei gegeben wird, ist eine Verpflichtung und keine Liebe. Liebe, die gegeben wird in der Erwartung, eine Schuld des anderen dem Liebenden gegenüber zu schaffen, ist keine Liebe, sondern Gier. Liebe, gegeben lediglich in Erwiderung für gezeigte Liebe, ist keine Liebe sondern Furcht.“

Wenn wir hier mehr Klarheit gewonnen haben, können wir verstehen, wie Liebe und Hoffnung einander bedingen. „Wir können sagen, dass die Liebe stets hofft, aber niemals Forderungen stellt.

Sie lebt stets in der Hoffnung, dass der Partner ihren Ruf hört und dass beide rein und frei und in völliger Harmonie sich vereinigen….“ Der Vortrag hinterließ ein nachdenkliches Publikum und wir waren gespannt auf die Beiträge unserer Gäste.

Als erstes hatte Herr Dr. Hofmann, evangelischer Theologe, das Wort. Er stellte uns den Standard der Liebe vor, wie er im Neuen Testament wiedergegeben ist: Die Bergpredigt mit ihren klaren Aussagen und der tiefgreifenden Forderung der Feindesliebe sowie das Hohe Lied der Liebe aus dem Korintherbrief. Weiterhin erläuterte er die drei theologischen Begriffe der Agape (aufopfernde Liebe), Eros (sinnliche Liebe) und Philia (Freundschaft).

Danach sprach Frau Christine Röhrborn über die Sichtweise des Buddhismus. Sehr treffend stellte sie fest: „Genau genommen bleibt Liebe eigentlich ein abstrakter Begriff, wenn „die Liebe“ nicht zur Aktivität wird. Erst durch   l i e b e n, durch das liebevolle Handeln, kommt Liebe zur Wirkung, gibt ihr Sinn und Inhalt. Durch das Praktizieren wird aus Liebe das Lieben – und darauf kommt es ja letztendlich an. Dem konnten alle nur beipflichten. Und „lieben“ im Buddhismus heißt, Mitgefühl zeigen, was sie uns dann noch eingehend darstellte.

Im nächsten Beitrag las Frau Nevin Kayacan aus dem Koran vor, welch hohen Stellenwert  der Liebe zugemessen wird. Besonders horchten die Zuhörer auf, als  sie eine Passage zur Feindesliebe zitierte: „Ihr seid solche Menschen, die auch eure Gegner lieben, die aber mögen euch nicht ( Familie Amrans 120)“.

Zum Abschluss las Veranstaltungsleiter Dietmar Jorde noch aus der ersten Friedensbotschaft von Rev. Moon das Kapitel über Wahre Liebe vor:

„…Wahre Liebe ist ganz anders. Es liegt in ihrem Wesen sich zu verschenken und für das Wohlergehen anderer und der Gesamtheit zu leben. Wahre Liebe gibt und vergisst, dass sie gegeben hat, und hört nicht auf, noch mehr zu geben…“

Damit beendeten wir den offiziellen Teil unseres Interreligiösen Runden Tisches und waren hocherfreut über einen reichlich gedeckten Tisch. Die gute Resonanz unserer Gäste nahmen wir dankbar als Ansporn für die nächste Veranstaltung entgegen.

 

Dietmar Jorde