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Wege zum Frieden - Seoul Konferenz

Themen


Das größte menschliche Gebet bittet nicht um den Sieg, sondern um Frieden.


Dag Hammarskjöld
ehem. UN-General-
sekretär
(1905 - 1961)

Veranstaltungsbericht - International

Harte und Sanfte Wege zum Frieden

International Leadership Conference (ILC) debattiert in Seoul über den Umgang mit Nordkorea und China

Zur International Leadership Conference der UPF, die während der Chinesischen Neujahrsfeiertage vom 21. bis 25. Januar 2012 in Korea abgehalten wurde, kamen über 200 Teilnehmer aus 72 Nationen, um über mögliche Wege zum Frieden zu beraten. Der Schwerpunkt der Konferenz lag auf Friedens- und Sicherheitsfragen bezüglich Nordostasien und der koreanischen Halbinsel.



In den letzten Wochen befand sich die ganze Region nach dem plötzlichen Tod des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-Il und der Nachfolge seines wenig bekannten jüngsten Sohnes Kim Jong-Un in einem Zustand erhöhter Alarmbereitschaft. Gleichzeitig mit der Zurschaustellung von öffentlicher Trauer der nordkoreanischen Bevölkerung führte Nordkorea mehrere Raketentests durch, die eine klare Botschaft der Stärke über den 38. Breitengrad nach Südkorea und weiter bis nach Japan senden sollten.

Zur gleichen Zeit zog China mit dem Stapellauf seines ersten Flugzeugträgers, der 67.000 Tonnen "Varyag", die Aufmerksamkeit der Weltpresse auf sich. Obwohl es noch mehrere Jahre dauern mag, bis das Schiff aktiven Dienst verrichten wird, schlug die Probefahrt bereits jetzt große Wellen in der gesamten Region. Manche betrachteten dies als eine Reaktion Chinas auf Präsident Barack Obama's Pacific Rim Tour, mit der er die strategischen Allianzen der USA in Asien stärken wollte.


Mögliche Entwicklungen in Nordostasien

In mehreren intensiv diskutierten Sitzungen berieten Experten von Russland, den Vereinigten Staaten, Japan und Südkorea über die Implikationen dieser Entwicklungen und sprachen über die Effektivität von möglichen Maßnahmen der "harten Hand" (politische, militärische und wirtschaftliche Maßnahmen) oder von Alternativen der "sanften Hand" (humanitäre, kulturelle, ja sogar religiöse und interreligiöse Maßnahmen).



Dr. Asamblek Ashlakhanov, stellvertretender Vorsitzender des Komitees für Internationale Beziehungen des Senats der Russischen Föderation, sprach über die wachsende Rolle der russischen Außenpolitik in den Pazifischen Randgebieten und in Nordostasien, wobei er die Teilnehmer daran erinnerte, dass sich zwei Drittel des russischen Gebietes in Nordostasien befinden.
Dr. Alexandre Mansourov, Gastprofessor am USA-Korea Institut der Johns Hopkins Universität, sagte voraus, dass ein Nordkorea nach Kim Jong-Il dynamischer, pragmatischer und nationalistischer werden wird. Prof. Toshio Miyatsuka von der Yamanashi Gakuin Universität in Japan äußerte Befürchtungen über die Religionsverfolgung in Nordkorea und über die permanenten Mängel in der Nahrungs- und Gesundheitsversorgung.




In seiner Präsentation "Starkes Korea?" richtete Dr. Kook Jin Moon, der fünfte Sohn der UPF-Gründer Reverend und Frau Sun Myung Moon, den Blick über Pjöngjang hinaus auf die größeren Herausforderungen, die das explosive Wachstum der militärischen und wirtschaftlichen Macht Chinas für Südkorea und seine demokratischen Nachbarn und Verbündeten darstellt. "Freiheit ist es wert, verteidigt zu werden", sagte er in seiner Rede. "Die Zeit ist gekommen, wo wir uns bezüglich unserer eigenen Sicherheit nicht mehr allein auf den guten Willen und die Kraft anderer Nationen - insbesondere der Vereinigten Staaten - verlassen können."



Joyce Davies, seit vielen Jahren Auslandskorrespondentin für das National Public Radio in den USA, plädierte für eher sanftere Antworten auf die nordkoreanische Herausforderung. Eine freie Presse war schon immer ein notwendiger und einflussreicher Pfeiler einer friedlichen Demokratie und wird es auch in Zukunft sein. Hinzu kommen jedoch der schnell wachsende Einfluss des "Bürger-Journalismus" und die Möglichkeiten von sozialen Medien wie Facebook und Twitter, die in kürzester Zeit große soziale Veränderungen bewirken, wie es im "Arabischen Frühling" geschah.

Cindy Courville, die erste amerikanische Botschafterin bei der Afrikanischen Union, reflektierte über die "Wachstumsschmerzen" dieser neuen Demokratien. Sie betonte, dass der Wille der Bevölkerung respektiert werden müsse, selbst wenn Wahlen Parteien an die Regierung bringen, deren Wertvorstellungen als eine Bedrohung für die westlichen Interessen angesehen werden können, wie beispielsweise die Muslim-Bruderschaft in Ägypten. Die Vereinigten Staaten - und jede andere Nation - sollten in diesen politischen Fragen die nationale Souveränität respektieren, sagte sie. Wahlen seien eine Sache, welche die Bürger jeder Nation selber entscheiden müssen.

Das ehemalige Mitglied der israelischen Knesset Ran Cohen schloss sich dieser Meinung an und bemerkte, dass die größte Hoffnung auf Frieden für Israel und seine Nachbarn in einer Volksbefragung liege, die aufzeigen würde, dass sowohl bei den Israelis wie auch bei den Palästinensern gleichermaßen eine Zwei-Staaten-Lösung von der Mehrheit ihrer Bürger befürwortet wird. Die gewählten politischen Leiter kommen dagegen nur schleppend voran.


World Interfaith Harmony Week auch in Seoul

Ein weiterer Höhepunkt der Konferenz war die Feier der zweiten World Interfaith Harmony Week der Vereinten Nationen, die jedes Jahr in der ersten Februarwoche abgehalten wird. Repräsentanten des Buddhismus, Christentums, Konfuzianismus, Hinduismus, Judentums, Islams, Schintoismus, Sikkismus und der Vereinigungsbewegung trafen sich zu dieser Feier im "Cheon Bok Gung", einem modernen überkonfessionellen Heiligtum. Im Bewusstsein um einen gemeinsamen Gott, dem Ursprung universaler Werte, und im Geist der Versöhnung wurden Gebete gesprochen und Kerzen angezündet. Anschließend wurden auf dem Platz vor dem Tempel zur Begrüßung des Chinesischen Jahrs des Drachens Laternen angezündet.



Nach der interreligiösen Andacht sprach Geetha Rajan, Kuratorin der UPF Indien, über die Notwendigkeit, die Aktivitäten der UPF in Indien weiter auszubauen. Sam Zakhem, ehemaliger Botschafter der USA, rief ebenfalls zu einem verstärkten Einsatz der UPF in den USA auf. Rev. Hyung Jin Moon, Vorsitzender der UPF International, beendete die Sitzung mit einem Aufruf an alle UPF-Friedensbotschafter, ihre Arbeit weltweit voranzubringen und eine internationale Bewegung aufzubauen, die globale Probleme adressiert und realistische Lösungen erarbeitet.



Die UPF setzt sich schon seit langem für eine verstärkte Rolle religiöser und spiritueller Stimmen in den verschiedenen Friedensprozessen ein. Bereits im Jahr 2000 regte Dr. Moon die Bildung eines interreligiösen Friedensrates als einen festen Bestandteil der Vereinten Nationen an. Auf der nationalen Ebene haben UPF-Gruppen in Zusammenarbeit mit Repräsentanten vieler Religionen interreligiöse Räte gegründet oder unterstützt. Zuletzt hat Thailand einen derartigen nationalen interreligiösen Rat mit Repräsentanten der großen Religionen des Landes ins Leben gerufen. Nur wenige Wochen später erlebte das Land eine noch nie dagewesene Überschwemmung. Die UPF und Freiwillige des interreligiösen Rates brachten sofort Essen, Wasser und Medizin zu Gemeinden, die vom Hochwasser abgeschnitten waren.



UPF Friedensbotschafter auf der Neujahrsparade in den Straßen von Seoul

Die ILC-Teilnehmer hatten auch die Gelegenheit, an mehreren Feierlichkeiten zum "Jahr des Drachens" teilzunehmen sowie an einem Bankett, einem Unterhaltungsprogramm und an einer Gebetszeremonie im Friedenspalast in der Nähe von Seoul. Sie schlossen sich auch einer Parade durch die Straßen von Seoul an, die aus Anlass der Geburtstagsfeier der UPF-Gründer Reverend Sun Myung Moon (93 Jahre) und seiner Ehefrau Hak Ja Han Moon (70 Jahre) veranstaltet wurde.



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Bericht von Michael Balcomb, Deutsch von: M. Sattler




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